Noch mehr Worte

DIE ENTDECKUNG DES LEOPARDENMUSTERS

DIE ENTDECKUNG DES LEOPARDENMUSTERS

Wann ich das letzte Mal einen ganzen Tag im Bett verbracht habe und einen Film nach dem anderen geschaut habe? Gute Frage; viel zu lange her ist es auf jeden Fall. Deshalb wollte ich eigentlich einen meiner wenigen freien Tage, die ich wirklich dringend nötig […]

HEUTE IST ES NICHT OK.

HEUTE IST ES NICHT OK.

  Diesen Text wollte ich schon so viel früher schreiben: damals, als genau 70 Tage vergangen waren, nachdem ein paar Zeilen einer Nachricht das Vertrauen, das ich mir mühsam zu erkämpfen versuchte, mit einem Schlag zerschmetterten. Damals, als ich an der Kreuzung diese eine U-Bahn […]

HERBSTGEDANKEN

HERBSTGEDANKEN

 

Der Herbst ist eine Zwischenzeit, genau wie der Frühling. Er verbindet die Extreme Sommer und Winter und ist dabei noch so viel mehr als nur die Brücke zwischen heißen Sommertagen und eisigen Winternächten. Seit ich denken kann symbolisiert der Herbst für mich eine Art des Neubeginns; ermöglicht zweite Chancen, um endlich die Vorsätze einzuhalten, die seit dem tatsächlichen Jahresbeginn brach liegen und definiert so einen Startpunkt für all das, was in der Zeit bis zum nächsten Sommer passieren kann und soll. Doch irgendwie hat sich in all den Jahren nie etwas grundsätzlich verändert. Ja, ich bin eine Klasse weitergerückt, habe dann ein paar Jahre später mein Studium begonnen und bin ausgezogen. Aber darüber hinaus? Letztendlich bin ich ja doch immer ich selbst geblieben, auch wenn ich gerade das manchmal gar nicht wollte.

 

ALTE BRÜCKEN UND BEWUSSTE WEGENTSCHEIDUNGEN.

Dieses Jahr fühlt sich all das anders und dabei trotzdem überhaupt nicht nach einem Neubeginn an. Und das, obwohl sich für mich dieses Jahr tatsächlich sehr viel verändert hat. Denn Brücken abzubrechen, dies bewusst zu tun und nicht nur darauf zu warten, dass sie einstürzen und so die Wegentscheidung vorwegnehmen, erfordert Mut und Kraft – und obwohl ich viele Dinge mittlerweile klarer sehe, hadere ich mit meinen Entscheidungen und hoffe, auf lange Sicht die richtigen getroffen zu haben. Und so befinde ich mich momentan selbst in der Zwischenzeit; in meinem ganz persönlichen Herbst. Dabei konnte ich als Kind beim besten Willen nicht verstehen, warum auch nur eine Person den Herbst mögen sollte. Schließlich brachte er nicht nur graues, trübes, nasskaltes Wetter mit sich, sondern auch die Erkenntnis, dass die Sommerferien endgültig vorbei waren. Für ein kindliches Gemüt sicherlich nicht die besten Aussichten.

 

 

MANCHE DINGE ENTSTEHEN STILL UND LEISE,  ENTWACHSEN AUS DEM NOTWENDIGEN.

In gewisser Weise fühle ich mich gerade wieder wie am Ende der Sommerferien – wortwörtlich, schließlich stehe ich gerade am Beginn eines neuen Semesters – und fühle mich gleichzeitig davon seltsam losgelöst, befinde mich auf mehreren Ebenen und Zeitachsen, die ihren Ursprung in den letzten Monaten finden, aber gleichzeitig schon bis in die folgenden Monate, wenn nicht gar Jahre, reichen und so den Herbst als Definition des Beginns zum ersten Mal seit langem ablösen. Und irgendwie ist da auf einmal diese Freiheit, die mir auf dem Weg vom Kindergarten zum Jetzt abhanden gekommen ist und nicht in Zeit oder anderen Gütern zu bemessen ist; Freiheit, die eigentlich Selbstbestimmung ist, wie ich nun immer mehr verstehe. Dass manche Dinge still und leise entstehen, mit einem kleinen, unbedeutend scheinenden Entschluss, ehe sie sich als größere Lebensentscheidung zu erkennen geben, geht damit einher. Sie entwachsen nicht dem Vorsatz etwas verändern zu wollen, dem zwanghaften Umsortierten des Vorhandenen, sondern sprießen aus dem Notwendigen. Für mich besteht Freiheit darin, sich das Notwendige ein- und zuzugstehen.

 

 

VOM WANDEL UND LOSLASSEN ALTER MEINUNGEN.

Wann genau ich begonnen habe, den Herbst zu mögen weiß ich nicht. Ich kann keinen Zeitpunkt benennen, in dem sich meine Meinung wandelte, in dem mir die Tristesse, die der Herbst so oft mit sich bringt, plötzlich egal war. Stattdessen ziehe ich mich mittlerweile gerne zurück, hinter die raue Fassade, die das Herbstwetter vor mir aufbaut und mir die beste Entschuldigung gibt, mich mit einem warmen Wollpullver bewaffnet auf die Suche nach neuen, richtungsweisenden Gedanken zu begeben, anstatt dem ungefilterten Leistungsdruck zu verfallen.

 

 

STUTTGART, IM OKTOBER 2017

MISCHIEF MANAGED

MISCHIEF MANAGED

  Wenige Worte, ausnahmsweise, aber dafür einige visuelle Eindrücke meines fünften Septembers, den ich dieses Jahr an einem ganz besonderen Ort verbracht habe. Und damit verabschiede ich mich in die Nacht und versuche die Grippe, die ich mitsamt einiger schöner Erinnerungen aus London mitgebracht habe, […]

LONDON TALES

LONDON TALES

Heute ist es auf den Tag genau ein Jahr her, dass ich mir zusammen mit meinem Bruder Paul einen kleinen Traum erfüllt habe, der mich in den vergangenen zehn Jahren nicht losgelassen hat, denn für uns ging es für zehn Tage nach London. Ein folgenschwerer […]

GLÜCK UND ZUFALL UND DIE WAHRE LIEBE

GLÜCK UND ZUFALL UND DIE WAHRE LIEBE

 

Manche Dinge sucht man und findet sie dennoch nicht. Ausnahmsweise meine ich damit aber nicht die wahre Liebe, wie uns die Welt der Frauenzeitschriften und die Liebesfilmindustrie weiszumachen versucht, sondern schlicht und einfach eine passende Jeans. Sowieso viel wichtiger, meint meine weise Mitbewohnerin Sugar*.

 

Sugar hat in vielen Dingen recht und so beschloss ich, meinen Juli auf die Mission zu verwenden, sie zu finden, diese eine Jeans. Ungeachtet der Tatsache natürlich, dass die derzeitigen Temperaturen das Tragen einer Jeans zu annähernd 99% unterbinden, aber es wird ja wieder kälter. Winter und so. Sagt man.

 

Und ich probierte sie alle. Also fast alle – denn natürlich habe auch ich meine Ansprüche. High waisted sollte sie sein, eng in der Taille und trotzdem mit weitem Bein und ja, das gewisse Etwas, auch das sollte natürlich nicht fehlen. Eigentlich nicht so schwer, dachte ich, schließlich ist eine Jeans wohl das eine Kleidungsstück, das in keinem Kleiderschrank fehlt. Aber nichts schien zu passen, weder zu meinen Maßen, noch zu meinem Geschmack, noch zu dem Budget, das ich mir gesetzt hatte.

 

Ich war der Resignation nahe, stand in diversen Umkleidekabinen, trotze dem dort herrschenden unfreundlichen, harten Licht und wollte sie nicht aufgeben, diese fast schon hoffnungslose Suche, während ich im Spiegel eine Hose nach der anderen kritisch beäugte und schließlich ablehnend abstreifte. Es sollte nicht sein.

 

Aber dann, plötzlich – ich hielt es schon nicht mehr für möglich – entdeckte ich sie. Irgendwo auf einem unscheinbaren Bügel hängend, in einem noch unscheinbareren Second Hand Shop irgendwo in Stuttgart Ost. Aufgrund meiner vorigen Enttäuschungen erwartete ich mir gar nicht viel, denn es war sicher keine Liebe auf den ersten Blick. Etwas altbacken kam sie daher, viel zu lang und insgesamt zwar passend, aber eben nicht der perfect fit, den ich mir erhofft hatte. Aber ich nahm sie dennoch mit nach Hause – keine fünf Euro sollte sie kosten – und wagte es, die Hoffnung, dass wir uns schon noch aneinander gewöhnen würden nicht gänzlich aufzugeben.

 

 

Und was soll ich sagen: manchmal braucht es wohl wirklich ein bisschen Zeit, ein bisschen Glück und den Zufall auf der Seite, um das zu finden was man so dringend sucht. Und eine Stoffschere, um zu lange Hosenbeine zu kürzen. Und eine Waschmaschine, um die Spuren des Vorbesitzers zu beseitigen. Und das richtige Wetter, um das neu gewonnene Kleidungsstück auszuführen, denn im Stuttgarter Sommer bei über dreißig Grad macht das Tragen einer Jeans keinen Spaß. Trust me, I tried.

 

Sugar sucht trotzdem noch nach der wahren Liebe. Und der perfekten Jeans.

 

(*Name auf Wunsch von Juliane geändert)

Vielen Dank an die wunderbare Juliane, die heute mit mir durch den Kessel gestreift ist und die Bilder für diesen Text geknipst hat.

 

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